Rezension
Die extreme Vielfalt des Vorgängers "London Ko" (2023) bietet "Massa" nicht. Natürlich verknüpft Diawara nach wie vor die musikalischen Traditionen ihrer malischen Heimat mit Funk, Pop und anderen Strömungen, doch diesmal spürbar geradliniger. Tiefe ist dadurch nicht verlorengegangen, ganz im Gegenteil – das verhindert schon die Thematik des Albums, auf dem die Sängerin nicht nur den Tod ihres Vaters, sondern auch den ihr nahestehender Freunde und Kollegen (namentlich Amadou Bagayoko und Toumani Diabaté) verarbeitet. Nach Trauer allerdings klingt das Album nur selten: Diawara feiert eher die Existenz der Verstorbenen, die so lange da sind, wie wir an sie denken. Vor allem ihr Vater war ihr geistiger Führer (was etwa die Bedeutung des Albumtitels ist), und er wird es bleiben. Die Kraft, die die Sängerin daraus zieht, ist spürbar auf diesem Album. (2026)




