Rezension
Der Weckruf an das afroamerikanische Bewußtsein ist auch auf dem zweiten Album der Formation unüberhörbar, Es gibt allerdings etliche substanzielle Unterschiede zum Debüt: Auf explizite Spoken Word-Passagen wird diesmal verzichtet (Vokalbeiträge gibt es nur im knapp zehnminütigen "The Ultimate Frontier", sie stammen von Anita Jeffries und Ben Wright, beides hörbar klassisch geschulte Stimmen). Spiritualität spielt nach wie vor eine große Rolle, in Form deutlicher Gospel-Einflüsse ebenso wie auf den afrikanischen Mutterkontinent verweisender tribalistischer Elemente. Dazu fließen Latin-Rhythmen und Melodien des mittleren Ostens ein – vor allem aber Soul und Funk, womit Co-Leader Ken Chaney ja eine gewisse Erfahrung hatte, schließlich hatte er mehrere Jahre Klavier und Orgel bei Young-Holt Unlimited gespielt! Man staunt zudem, wie gut diese Jazz-Vision ein halbes Jahrhundert überdauert hat: Weit weg von einem Kamasi Washington ist das nicht. Gerechterweise müßte der Name dieser Band allein für dieses Album zumindest so vertraut sein wie der des Art Ensemble Of Chicago. – Neupressung auf schwarz/blau-marmoriertem Vinyl. (1973/2026)




