Rezension
Sein Sohn Chico ist heute weit bekannter als dieses Urgestein der Chicagoer Szene, und seine Diskographie als Leader, erst 1972 begonnen (da war Freeman fast 50) blieb quasi durchweg unter dem Radar. Dabei sollte man ihn unbedingt zu den Charakterstimmen auf dem Tenorsaxophon zählen! Drei Alben nahm er in den frühen 90ern für SteepleChase auf, alle in der identischen Besetzung mit Pianist Jodie Christian, Eddie de Haas am Bass und Wilbur Campbell am Schlagzeug, die dem Veteranen (bei diesem ersten Album für das Label 69) eine perfekt swingende Basis verschaffen, insbesondere Christian hat auch einige starke solistische Momente. Freeman würzt seinen klassischen Jazz immer mal wieder mit dem Wissen um freiere Strömungen, man denke etwa Coleman Hawkins mit einem gelegentlichen Schuß Archie Shepp. Vor allem aber sind diese nun erstmals auf Vinyl vorliegenden Aufnahmen Zeugnis eines viel zu wenig besungenen Großmusikers! (1992/2025)






