Rezension
Dunkel, unheimlich, aber nicht das, was man gemeinhin unter Gothic versteht. Artifiziell, kunstvoll, aber nicht aus dem Elfenbeinturm, sondern geerdet. Das musikalische Konzept der in Berlin lebenden Südafrikanerin und ihrer Band ist nicht ganz einfach zu greifen. Und es hat auf diesem siebten Album ein neues Niveau erreicht. Wenn Kruger im Opener "Bloom" unisono zur von der Akustikgitarre getragenen Melodie singt, spürt man bereits, daß sich Großes anbahnt. Was folgt, klingt manchmal so, wie man sich ein gemeinsames Projekt von Polly Jean Harvey, Nick Cave, Kate Bush und Portisheads Geoff Barrow vorstellen würde. Wobei dabei vermutlich kein so gut strukturiertes Werk entstehen könnte, wie "Pale Bloom" es ist. Denn das Geheimnis besteht nicht nur im freilich exzellenten Songwriting, in Krugers nuanciertem Gesang und in der wirklich überragenden Leistung ihrer Lost Boys (wenigstens Gitarristin Liú Mottes und Bratschistin Jean-Louise Parker seien erwähnt), sondern im offenen Raum, in der Luft zwischen den einzelnen Elementen. Das ist es letztlich, was für die kalten Schauer in Songs wie "Ghosts" oder dem Virginia Woolf-Tribute "Woolf" sorgt. Ein abgrundtiefes Meisterwerk, das einen so schnell nicht wieder loslassen wird. (2026)






