Rezension
Mit 72 bleibt Kim Gordon eine Getriebene. "Play Me", die dritte Zusammenarbeit mit Produzent / Elektroniker Justin Raisen, ist eine Herausforderung: Die nervösen Beats zu Gordons Sprechgesang sind das exakte Gegenteil von Wohlfühl-Pop (den man von ihr natürlich auch niemals erwarten würde), die angespannte Atmosphäre ist oft an der Grenze des Erträglichen, es ist wie ein Barfuß-Lauf auf scharfkantigem, dazu sehr dünnem Eis – schmerzhaft, obendrein die Möglichkeit, daß sich jederzeit ein Abgrund unter einem auftun kann. Es ist Kim Gordons Kommentar zur Zeit, zu Kulturverachtung, Tech-Macht und unverhohlenem Demokratieabbau. Wie gesagt, nicht angenehm, aber mit Sicherheit mit die aufregendste Popmusik, die man derzeit irgendwo zu hören bekommen könnte. (2026)




