Rezension
So absolut überlegen sei diese Aufnahme gegenüber allen bis dato existierenden, daß sie die anderen komplett aus dem Rennen nähme – so urteilte Lionel Salter ungewöhnlich radikal damals im Gramophone Magazine. Den oft harschen, straffen Gestaltungen, wie sie gerade bei Barockmusik in jener Zeit (wir schreiben das Jahr 1988) üblich waren, setzte Robert King Ausgewogenheit und Sensibilität entgegen – und wahren Belcanto! Letzteren in der Gestalt von Sopranistin Gillian Fisher und Countertenor Michael Chance, für deren Leistung hier kein Klee grün genug wäre, um sie dorthin zu loben. Es ist eine dieser Aufnahmen, für deren Dauer man gerne vorübergehend das Atmen einstellen würde. Dabei ist Kings Werkgestaltung keinesfalls "romantisch", nichts ist süßlich oder gar klebrig; das Gesamtbild ist schlank, auch die Instrumentalisten agieren mit graziler Eleganz. Gerechter ist diesem überirdisch schönen Werk, das einer schuf, der, mit gerade 26 damals unheilbar an Tuberkulose erkrankt, mit dem Leben bereits abgeschlossen hatte, nie jemand geworden. – Die Vinylpremiere wurde von Sidney Claire Meyer in den Emil Berliner Studios gemastert. Die Auflage ist limitiert, auf keinen Fall verpassen! (1988/2026)





