Rezension
Nach Ian Curtis' Freitod und dem daraus resultierenden Ende der wegbereitenden Band überschwemmte eine Flut von Bootlegs den Markt – das Factory-Label, auf dem die beiden Studio-Alben erschienen waren, versuchte daraufhin, dem etwas entgegenzusetzen und veröffentlichte die Raritätensammlung "Still". In zwei Teilen, deren erster überwiegend aus Studioouttakes besteht, großenteils gar aus gänzlich unveröffentlichten Songs. Höhepunkte: "Glass", "Dead Souls", "Ice Age", vor allem aber das derangiert-hymnische "Something Must Break". Mit einer wild-düsteren Live-Version des Velvet Underground-Klassikers "Sister Ray" (vom April 1980, über siebeneinhalb Minuten!) wird dann sozusagen auf die zweite LP übergeleitet: Das letzte Konzert der Band vom 2. Mai 1980, zwei Wochen vor dem Tod des Sängers. Ein erschütterndes, morbides Dokument. – Neupressung der 2022er Clear Vinyl-Ausgabe. (1981/2022, Pressung aktuell)