Richard Strauss

Symphonia Domestica

Weitere Interpreten:  Cleveland Orchestra, Dirigent: George Szell
Label/AN:  Speakers Corner / Columbia, MS6627
Format:  LP 180g

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Rezension

“Ich sehe nicht ein, warum ich keine Sinfonie auf mich selbst machen sollte. Ich finde mich ebenso interessant wie Napoleon und Alexander.” So reagierte der Komponist auf den Vorwurf, daß er nach “Ein Heldenleben” schon wieder ein autobiographisch motiviertes Werk verfaßt hatte. Gleich, ob die Äußerung ein Zeichen von gutem Humor oder übersteigertem Selbstbewußtsein ist: Das Ergebnis bedurfte sowieso keiner Rechtfertigung. Denn mag die Thematik, das Strausssche Familienleben nämlich, auf den ersten Blick dröge erscheinen, so ist es die Musik keineswegs. Die enthält nicht nur etliche der intimsten und schönsten Momente im Gesamtwerk des Münchners, sondern auch durchaus sehr dynamische und dramatische Momente: Langweilig scheint es in diesem Künstlerhaushalt nicht zugegangen zu sein! Schon gar nicht, wenn man vorliegende Aufnahme aus dem Jahre 1964 zugrunde legt: Es ist bis heute eine der schnellsten und lebhaftesten in der Diskographie des Werkes. Georges Szell mußte es wissen: Der Ungar begann seine Laufbahn als 18jähriger an der Berliner Staatsoper, deren Chef Strauss war. Und jener erkannte das Talent des Jungdirigenten sofort und förderte ihn nach Kräften; die Freundschaft hielt Jahrzehnte – kaum ein anderer Dirigent dürfte mit dem Haushalt des Komponisten vertrauter gewesen sein. Und für Szell wiederum wird die Aufführung und Aufnahme gerade dieser Komposition durchaus eine besondere Note gehabt haben… – Der bemerkenswert direkte und trockene Orchesterklang ist (regelmäßige Konzertgänger werden es sofort feststellen) der Live-Realität sehr viel näher als manch ein audiophiler “Klassiker”: Auch in dieser Hinsicht eine bemerkenswerte und wichtige Wiederauflage! (1964/2019)