Gustav Mahler

Symphonie Nr. 9

Weitere Interpreten:  Berliner Philharmoniker, Dirigent: Leonard Bernstein
Label/AN:  Deutsche Grammophon, 4860964
Format:  2 LP 180g

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Rezension

Es heißt, Bernstein und Karajan hätten sich nicht gemocht, was nicht unwahrscheinlich ist und vermutlich der Grund, warum ersterer dieses Weltspitzen-Orchester nur ein einziges Mal dirigierte. Dabei ist das HvK-erzogene, ergo vermutlich klangschönste Orchester der Welt natürlich ein wunderbares Instrument in seinen Händen. Als Glücksfall darf man es wohl werten, daß diese erste und letzte Aufnahme Bernsteins mit den Berlinern einem der schwersten Brocken des klassisch-romantischen Repertoires galt: Gustav Mahlers düster-sarkastischer neunter Symphonie. Veröffentlicht wurde der Mitschnitt eines der beiden Konzerte vom Oktober 1979 erst 15 Jahre später; für seinen zweiten großen Mahlerzyklus in den 80ern wurde eine aktuelle Aufnahme (ebenfalls live) mit dem Konzertgebouw Orkest vorgezogen. Der Grund liegt auf der Hand: Dies ist noch nicht ganz der durchgeistigte Mahler des späten Bernstein. Vieles davon ist zwar schon da, aber man spürt auch immer wieder noch die vibrierende Energie seiner ersten Gesamtaufnahme für Columbia. Eine Mischung, die noch einmal für ein ganz anderes, eigenes Mahler-Bild sorgt. Die Berliner Klangästhetik tut nicht wenig dazu, und man kann sich nur ausmalen, wie wohl seine letzten Mahler-Interpretationen mit diesem Ensemble geklungen hätten… Über 40 Jahre nach diesem in mehrfacher Art einzigartigen Konzertereignis gibt es nun auch endlich eine Vinyledition, gemastert von den Original-Analogbändern. (2021, rec. 1979)