Rezension
Wenn eine Künstlerin wie Meshell Ndgeocello ein Cover-Album mit, nun, Poprepertoire aufnimmt, darf man davon ausgehen, daß die Songs nicht einfach irgendwie anders arrangiert sind, sondern daß es sich um echte Neuerfindungen handeln wird. Das fängt schon damit an, daß dieser "expression of queer liberation as a synonym for liberation of all kinds" (Ndegeocello) aus Duetten besteht, die im Original von einem weiblichen und einem männlichen Part gesungen werden und hier (fast) durchgehend von zwei Frauen, aber natürlich geht die Verwandlung weit darüber hinaus. Cat Power, Lizz Wright, Chaka Khan, Madison Cunningham, Brandi Carlile und Lianne La Havas treten unter anderem auf; die Ausnahmen (zwei männliche Duette) sind Robert Glasper und Nick Hakim, die "Don't Stop The Music" dekonstruieren, und Chris Thile und Bill Callahan, denen mit Bob Dylans schonungslosem Antikriegssong "With God On Our Side" das Schlußwort dieses außergewöhnlichen Albums gehört – für das man den Jazzbegriff mal wieder stark dehnen muß. Aber das erwartet man von dieser Künstlerin ja auch. (2026)





