Rezension
Der Drummer dürfte den meisten Hörern eher als Traditionalist bekannt sein. Seit einiger Zeit aber demonstriert der Mittfünfziger, daß er den jüngeren Strömungen im Jazz durchaus offen gegenübersteht; auf diesem Album – vielleicht dem besten seiner ganzen Diskographie – vereint er die Bop- und Modern Jazz-Traditionen mit jenen. Dafür hat er sich eine grandiose Band zusammengestellt: Ganz vorne eine Bläser-Doppelspitze aus Trompeter Jeremy Pelt und der jungen Saxophonistin Sarah Hanahan (die erst vergangenes Jahr durch ihr Debüt als Leader für Aufsehen sorgte); die beiden verstehen sich hörbar gut. Dazu: Vibraphon-Genius Joel Ross, mit Emmet Cohen der vielleicht bedeutendste New Yorker Pianist der jungen Generation und der Japaner Yasushi Yakamura am Bass, der zwar als einziger keine Komposition beisteuert, dessen subtil-elastisches Spiel hier aber das Bindeglied zwischen den Charakterköpfen des Ensembles ist. Gleich, ob mit dem stürmischen Opener "Continuance" (geschrieben von Hanahan), einer nachdenklichen Ballade wie Ross' "What Am I Waiting vor" oder einem Standard wie "I Fall In Love Too Easily": Ein durchweg aufregendes Ensemble und ein von der ersten bis zur letzten Note hochspannendes Album! (2025)