Rezension
Es ist das erste Solo-Klavier-Album des spanischen Pianisten, und es entstand unter dem unmittelbaren Eindruck des langsamen Sterbens seines krebskranken Vaters. Es ist sicherlich ein hochemotionales Album, doch fühlt es sich nicht nach Leid und Trauer an, eher nach Erlösung, nach Licht und Wärme. Das Solo-Piano-Konzept legte García dabei nicht puristisch aus, sondern erweiterte das Klangspektrum um verschiedene Samples von etwa Glockenspiel, Violine, Handclaps, auch Stimme, alles von ihm selbst eingespielt – mit immer erstaunlichem Effekt. Und da wir gerade von Purismus sprachen: Eine Genre-Zuordnung ist bei diesem Album auch kaum möglich. García vereint hier Jazz-Improvisation, klassische Musik vom Barock bis in die Moderne und den Folkreichtum der iberischen Halbinsel, die Übergänge sind nahtlos. "The Hero's Journey" ist ein Album, das gleichermaßen den Geist wie das Herz fordert: Garcías Kompositionen sind komplex konstruiert und voller Überraschungen, sie sind aber auch emotional authentisch und bewegend. Und sie sind, immer wieder, von geradezu leuchtender Schönheit. Es ist ein Album, das nach absoluter Umgebungsruhe verlangt und keine Störungen duldet. Schließen Sie den Hörraum von innen ab. Und am besten hört man diese Musik wohl in völliger Dunkelheit. (2026)






