Gil Evans

The Individualism Of Gil Evans

Label/AN:  Verve, 5733742
Format:  LP 180g

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Rezension

Neben Stan Kenton war Gil Evans wohl der bedeutendste und kreativste Arrangeur der späten Big Band-Ära – beide Orchester waren wahre Brutstätten für neue Klangfarben. Umso bedauerlicher, daß Evans – bereits legendär vor allem für seine Kooperationen mit Miles Davis in den späten 50ern – zwischen 1961 und 1969 nur dieses eine Album unter eigenem Namen aufnahm; programmatisch benannt "The Individualism Of Gil Evans". Der große Klang-Maler holte sich dafür die besten verfügbaren Leute, auffallend hoch ist der Anteil an echten Innovatoren: Paul Chambers, Jimmy Cleveland, Eric Dolphy, Steve Lacy, Elvin Jones, Osie Johnson, Ron Carter, Johnny Coles, Kenny Burrell, Wayne Shorter und Gary Peacock folgten unter anderem dem Ruf des Meisters zu einer oder mehrerer der drei Sessions, aus denen dieses Album besteht. Miles Davis war vertraglich an Columbia gebunden, sonst hätte er womöglich auch mitgemacht; immerhin schrieb er zwei der fünf Tracks mit Evans. Trotz dieser Häufung von Individualisten ist das Ergebnis aber reiner Evans – sofort als solcher identifizierbar, weil niemand sonst einem vielköpfigen Jazz-Ensemble derart atmosphärische Klänge hätte entlocken können. Und niemand sonst auf derartige Kombinationen gekommen wäre. Die drei Kontrabässe im das Album beschließenden “El Toreador” sind da nur ein kleines Beispiel von vielen. – Neuausgabe innerhalb der "Verve Vault Vinyl"-Reihe, gemastert von Ryan K. Smith. (1964/2026)

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