Rezension
Wem anno 1965 die Stones zu brav waren, der hörte die Pretty Things – die Band um Phil May und Dick Taylor spielte den Blues rauher, lauter, dreckiger und langhaariger. Das Debüt war eine "legendary exercise in anarchy", wie es der Allmusic Guide schön treffend formuliert: Eigene Songs hatte die Band hier noch so gut wie nicht, aber was sie aus denen von Bo Diddley, Chuck Berry und Jimmy Reed machte, klingt heute noch umwerfend und durchaus gefährlich. Näher an dem, was man Jahre später als Punk bezeichnen sollte, war damals vermutlich niemand sonst… – Anläßlich des 60. Albumgeburtstages kommt diese limitierte farbige Sonderausgabe (eine LP gelb, eine rot), die auch den raren Konzertmitschnitt aus dem Jahre 2014 enthält, auf dem die Band das komplette Debüt noch einmal Song für Song auf die Bühne brachte. Mit immer noch bemerkenswerter Energie! (1965 & 2014/2025).