Rezension
Mit dem selbstbetitelten fünften Album hatten Blur sich vom Brit Pop-Zirkus emanzipiert. Wer den da zu erlebenden rohen, ausfransenden Charakter und die Genialität dahinter mutmaßlich vor allem zu verantworten hatte, zeigte sich im anderthalb Jahre später erschienenen ersten Alleingang des Gitarristen, der bislang stets im Schatten Damon Albarns stand: Ein LoFi-Folk-Meisterwerk voller Versponnenheit, scheinbar gleichgültig aus dem Ärmel geschüttelt, aber wer zuhört, wird die Substanz nicht ignorieren können. So laut wie im Opener "That's All I Wanna Do", einem herrlich schludrigen Stück Alternative Rock, wird es danach nur selten, meist genügt Coxon eine akustische Gitarre für seine verschrobenen Skizzen. Syd Barretts Soloalben sind verwandt. (1998/2026)





