Rezension
Mit dem Wechsel zu ACT Music dürfte dieser außergewöhnliche Musiker (schon die instrumentale Kombination ist bemerkenswert: Posaune und Modularsynthesizer!) den Geheimtippstatus hinter sich gelassen haben. Mit seinem Trio MYA (mit Perkussionistin/Sängerin Anissa Nehari und Keyboarder Léo Jassef) entwirft Khoury hier zum zweiten Mal eine einzigartige Klangwelt, die der arabischen Musiktradition so viel verdankt wie der zeitgenössischen elektronischen Musik (der "klassischen Avantgarde" genauso wie jener aus den Clubs), die dabei durch und durch Jazz ist und bei aller Neuartigkeit unmittelbar eingängig. Genregrenzen sind aufgelöst, alles ist im Fluß, auch das Energielevel kann sich ständig ändern. Wobei sich auch in den intimsten, man möchte sagen: romantischen Passagen die Spannung hält. Beim ersten Hören wird man zu fasziniert vom Gesamtklang sein; es lohnt sich aber unbedingt, Khourys Spiel genau zu verfolgen: Wenn aktuell die Posaune eine Art kleine Renaissance erfährt, so ist er maßgeblich daran beteiligt. (2026)






