Rezension
Vier so spannende wie grenzüberschreitende Alben hat die einst von Wyclef Jean geförderte New Yorkerin schon auf der Habenseite. Dies jedoch ist der bisherige Höhepunkt der Diskographie – vor allem aufgrund des deutlich höheren Jazzanteils, verkörpert nicht nur durch Saxophonistin Nicole McCabe und Trompeter Jon Natchez. Art-Pop und Trip Hop spielen außerdem tragende Rollen, und wer das Album lieber in eine Abteilung mit zur Avantgarde neigenden Singer/Songwritern stellt, darf das gerne tun. Aber die Harmonien, die Fills von Klavier und Vibraphon, McCabes freie Soli und nicht zuletzt Niia Bertinos Phrasierungskunst – das alles buchstabiert JAZZ. Die Songs sind übrigens nicht ganz so verstörend, wie es das Coverfoto mit dem Folterinstrument (es ist kein SM-Spielzeug) erwarten läßt; auf sicherem Terrain bewegt man sich aber nur selten, und je lieblicher eine Pop-Melodie gerade scheint, desto mehr sollte man auf Fallgruben oder Sperrfeuer von irgendeiner Seite gefaßt sein… Sicher kein bequemes, aber ein wirklich großes Album! (2025)






