Rezension
Der seit Jahrzehnten in Finnland lebende Exilrusse genießt in Japan so etwas wie Kultstatus, seine dortigen Tourneen sind stets ausverkauft. Natürlich spielte er auch schon mit japanischen Kollegen – tatsächlich gibt es sogar bereits ein Album in derselben Besetzung wie hier, also mit Bassist Satsuki Kusui und Drummer Kisho Kamakura; das 2019 auf dem kleinen doLuck Jazz-Label erschienene "Red Nights" lief allerdings unter dem Namen des Schlagzeugers. Venus-Chef Tetsuo Hara wählte dieses Trio nun für seine erste Direktschnitt-Produktion aus. Ein so spannendes wie unerwartetes Projekt, da die Venus-Labelphilosophie ja eigentlich ist, mit höchstwertigem digitalem Equipment Ergebnisse zu erzielen, die qualitativ mit den analogen Aufnahmen der Golden Ära (etwa im Studio von Rudy Van Gelder) mindestens gleichziehen, was bekanntlich auch aufgeht – Venus-Aufnahmen zählen ziemlich flächendeckend zu den klanglich besten der Jazzgeschichte. Mit diesem Projekt nun versuchte Hara, sich selbst zu übertreffen. Natürlich wählte er dafür einen seiner Lieblingsmusiker aus, der also hier – bei diesem Aufnahmeverfahren ohne jede Korrekturmöglichkeit eine Voraussetzung – auf vertraute Freunde traf. Das Repertoire besteht aus Repertoire-Favoriten Shafranovs, etwa "Dear Old Stockholm", "Midnight In Moscow" oder Cedar Waltons "Bolivia". Das Ergebnis dürfte die Erwartungen nicht enttäuschen. Und ist vermutlich nicht allzu lange lieferbar… (2026)






