Rezension
Duane Allman und Steely Dan: Das ist gedanklich vielleicht schwer zusammenzubringen, funktioniert aber in der Band des dänischen Gitarristen David Miilman ganz selbstverständlich. Ein überragender Slide-Gitarrist, der seinem Instrument wirklich eine Stimme verleiht und über unbestechliches Blues-Gefühl verfügt, und eine Band, bei der man jedes Mitglied mit bestem Gewissen an die anspruchsvollen Herren Becker und Fagen hätte empfehlen können. "The Day After" bringt die beiden Extreme auf wundersame Weise zusammen. Die Band beherrscht freilich auch noch reichlich andere Spielarten, von Funk bis Latin – und kann auch Standards Neues abgewinnen, wie in einer erstaunlichen Version von "My Favorite Things" zu erleben: Äußerst subtil stellt Buster Isitt, der zweite exzellente Gitarrist der Band, das Thema vor; Miilmanns sehr emotionales Solo ist zwar ein absoluter Kontrast, aber das Gleichgewicht stimmt. Immer wieder erstaunt zudem, wie organisch der elegant-smoothe Groove des Quintetts wirkt: Dies ist Musik, die atmet. (2026)




