Rezension
Die letzte große "Wasserscheide" im Werk des Saxophon-Giganten. Coltrane ließ auf dieser ca. 40minütigen Improvisation verläßliche Strukturen weitgehend hinter sich und wandte sich endgültig dem Free Jazz zu – mit einem Album, das dann auch prompt zu den wegweisenden der Gattung zählt. Auch empfand er die kleinen Besetzungen inzwischen als Beschränkung; er selbst nannte "Ascension" lapidar "a big band thing". Was über die unglaubliche Musik auf diesem Album freilich rein gar nichts aussagt. Zum elfköpfigen Ensemble gehörte eine Killer-Rhythmussektion aus McCoy Tyner, den Bassisten Art Davis und Jimmy Garrison nebst Stamm-Drummer Elvin Jones; unter den Bläsern finden wir Freddie Hubbard, Archie Shepp und Pharoah Sanders. Was dieses Ensemble da am 28. Juni 1965 in Rudy Van Gelders Studio auf Tape bannte, ist heute noch kaum in Worte zu fassen. Eine Art kreativer Sturm, gegen den das nicht weniger epochale "A Love Supreme", dessen Aufnahme gerade ein halbes Jahr zurücklag, fast wie Easy Listening anmutet… – Zwei Takes nahm die Band damals auf; diese Neuausgabe im Rahmen der Verve Vault Vinyl-Reihe vereint erstmals beide in einem Album! Mastering von Ryan K. Smith. (1966/2026)






