Rezension
Der Trompeter nahm später nur noch selten unter eigenem Namen auf, er arbeitete später viel mit Sun Ra, lehrte Trompete erst an der Stanford University, dann an der Hochschule von San Jose; in den 2000er kooperierte er mit jungen Hip Hop-Künstlern. Die beiden Blue Note-Alben, die er Ende der 1960er aufnahm, sind den wenigsten Jazzfans bekannt – dabei sind sie so grandios wie kaum überschätzbar in ihrer Wirkung. Mit drei Saxophonisten (darunter Jimmy Lyons) und Rhythmus-Sektion (Schlagzeug: Elvin Jones!!) sowie einem siebenköpfigen gemischten Vokalensemble gelang Gale das eigentlich unmögliche Kunststück, die beiden gegenläufigen Strömungen Free- und Soul Jazz zu vereinen, mit (vor allem auf diesem zweiten Album) Gospel als gemeinsamem Nenner. Afrikanische Wurzeln, diverse afro-karibische Einflüsse, aber auch solche aus den Folk-Traditionen Europas spielen ebenfalls noch die eine oder andere Rolle. Das Resultat klingt wie nichts anderes – und öffnete Türen in alle möglichen Richtungen. Nach fast 60 Jahren hat diese visionäre Musik an Faszinationskraft nichts eingebüßt. – Neuausgabe aus der Blue Note Classic Vinyl-Serie, Mastering von Kevin Gray. (1969/2026)






