Rezension
Zwar ist auch das zweite Ono-Soloalbum nach John Lennons Ermordung noch von Entsetzen und Trauer geprägt, im Gegensatz zum rohen, verstörend emotionalen Vorgänger "Season Of Glass" aber goß die Künstlerin ihren Schmerz diesmal in überraschend süße Popsongs, wobei sie Doo Wop- und Girl Group-Tradition mit verspieltem Synth Pop vermischt, die Vergangenheit also mit der Gegenwart kurzschließt. Die harten Kontraste dieses Albums, stilistisch wie zwischen Form und Inhalt, stehen für Onos Situation zwischen niederschmetterndem Verlust und der Pflicht, weiterzuleben und zu funktionieren. Der stärkste Song ist vermutlich das herzzerreißende "Spec Of Dust". Musikalisch gibt sich die Avantgardistin zwar ausgesprochen zugänglich und mit für Manchen sicher verblüffenden Sinn für Pop-Melodien, aber ein einfaches Album ist auch dies sicher nicht… – Erstmals seit über 40 Jahren auf Vinyl. (2026)





