Rezension
Yokos erstes Album nach dem brutalen Tod ihres Ehemanns war zwar in Teilen bereits vor dessen Ermordung aufgenommen worden, ist aber dennoch vor allem ein Ausdruck ihrer Trauer, ihres Entsetzens und ihrer Gefühle für John. "This is what John is now" waren ihre Worte gegenüber den Labelmanagern, die das verstörende Artwork mit Lennons blutbespritzter Brille unbedingt verhindern wollten – Ono setzte sich durch. Das Album beginnt mit einer zärtlichen Ballade im Stil der frühen 60er, ganz wunderbar sanft gesungen wie vieles hier – wer bislang der Ansicht war, sie könne nur schreien, mußte wohl oder übel umdenken. Auch in bezug auf ihr Songwriting, denn Ono zeigte hier maximales Pop-Gespür. Die zerbrechliche Schönheit und Würde dieses Albums (die durchaus auch im kantigen und verstörenden "No, No, No" zu spüren ist) berühren noch heute. Die Vinyl-Neuausgabe (wirklich die erste seit den Originalpressungen) ist mehr als überfällig. (1981/2026)




