Rezension
Ein vergessener Schatz aus der deutschen Jazz-Geschichte. Die Band bestand mit Saxophonist Gustl Mayr, Keyboarder (Rhodes und Orgel) Klaus Göbel, Bassist Dieter von Goetze und Drummer Kurt Bong aus Musikern, die die bereits einige Jahre auf der Szene waren. Man begegnet ihnen etwa in den Orchestern von Paul Kuhn oder Kurt Edelhagen, hier allerdings kann man sie mit ihren eigenen musikalischen Visionen erleben. Im Blindtest würde wohl niemand auf eine deutsche Formation tippen; der federleichte Flow, das Miteinander-Spiel (niemand stellt hier seine fraglos vorhandene Virtuosität zur Schau), auch die immer wieder zu Tage tretende Verspieltheit – man denkt da fast unvermeidlich an die Canterbury-Szene. Wobei es auch noch reichlich weitere Anknüpfungspunkte gibt, von Herbie Hancocks "Mwandishi" und Miles Davis ("In A Silent Way"-Ära) bis Brian Auger (wenn Göbel die Orgel bedient, blüht der Soul auf!). Und man darf diese Band gerne im selben Atemzug nennen wie diese großen Namen. Leider war dieses zweite Album (wie das Debüt immerhin auf dem Majorlabel CBS erschienen!) auch das letzte. Beides sind Höhepunkte der Gattung. – Originale werden hoch gehandelt; die Neuausgabe ist limitiert: Man sollte diese wunderbare Ausgrabung keinesfalls verpassen! (1972/2026)






