Rezension
Als Joan Wasser 2006 ihr Solo-Debüt "Real Life" veröffentlichte, war sie bereits Mitte 30 und präsentierte sich als reife Künstlerin, die (in der Musik wie im Leben) bereits reichlich Erfahrungen (auch sehr schmerzliche) gesammelt hatte. Daß die Songs jenes ersten Albums unter dem seltsamen Bandmoniker Joan As Police Woman gut gealtert sind, ist also eigentlich keine Überraschung. Doch verändert haben sie sich (bzw. die Sicht ihrer Verfasserin auf sie) in zwei Dekaden durchaus. Wasser hat sie sich nun noch einmal vorgenommen – in teils radikal anderen Arrangements und in anderer Reihenfolge. Was entstand, ist nicht einfach ein Update: Es ist ein vollkommen eigenständiges Werk, mit eigener Atmosphäre und eigenem Charakter. Am extremsten "anders" ist vermutlich "Save Me", nun mit einem verwitterten Iggy Pop im Duett gesungen. Der Titelsong, einst die Eröffnung, steht nun ganz am Ende, als zutiefst nachdenklicher Ausklang. So etwas kann nur mit wirklich sehr starken Songs funktionieren. Daß Wassers Debüt exzellent war, wurde damals durchaus erkannt. Wie gut diese Songs wirklich waren und sind, zeigt sich aber im Grunde erst durch ihre Neuerfindung… (2026)




