Rezension
Das könnte man auf den ersten Blick Image-Dekonstruktion nennen: Auf seinen bisherigen Alben trat uns Gyasi Heus als hyperaktiver, androgyner Glam-Rocker entgegen, als wiedergeborener Marc Bolan, fleischgewordener Ziggy Stardust. Das letzte, was man von diesem Menschen erwartet hätte, wäre ein Solo-Akustik-Blues-Album. Aber genau das hat Gyasi jetzt aufgenommen. Und es ist alles andere als eine schlichte Stilübung: Gyasis Gefühl für das Sujet ist absolut beeindruckend, sein Slide-Spiel auf der National Steel Guitar grandios, sein Timing unfehlbar. Das wirklich Verblüffende aber ist, daß er trotz dieser Mimikry eben doch Gyasi bleibt. Was man hier hört, ist Delta-Blues aus dem Geist des Glam Rock. Und es ist absolut phantastisch! (2026)






