Rezension
Man zuckt richtig zusammen, wenn im Opener "Las Vegas Blues" Illinois Jacquet und Trompeter Roy Eldridge unisono mit dem Thema über Ray Browns Bass einsteigen, und dann gleich nochmal, wenn Jacquet einen Schritt näher ans Mikro tritt und sein erstes Solo bläst. Es gibt noch mehrere solcher Momente auf dieser 1956er Mono-Aufnahme, die für diejenigen, die immer schon behaupteten, der klangliche Niedergang habe bereits mit der Einführung der Stereophonie begonnen, eine Menge Wasser auf die Mühlen ist! Allein der Ton des legendären Saxophonisten der Hampton-Band in "Harlem Nocturne" wird auf dem richtigen Equipment für den einen oder anderen klappenden Unterkiefer sorgen. Doch ganz unabhängig davon gibt's hier auch noch eine Menge phantastischer Musik! Jacquet war zwar in jenen Tagen bereits ein Veteran aus einer vergangenen Epoche, aber das hört man seinem Swing in keiner Sekunde an. Im Gegenteil, die Bedeutung, die sein stilprägendes Spiel für nachfolgende Generationen hatte (vor allem im R'n'B und Soul Jazz!), wird in jeder Note deutlich! Die Besetzung ist angemessen: Vom Pianisten (Jimmy Jones) über Gitarre (Herb Ellis) bis zum Schlagzeug (Jo Jones) nur Swing-Legenden! – Neues Mastering von Matthew Lutthans! (1956/2025)






