Symphonie fantastique

Weitere Interpreten:  Concertgebouw Orkest, Dirigent: Sir Colin Davis
Label/AN:  Philips, 4871607
Format:  LP 180g

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Rezension

Berlioz war die große Leidenschaft des britischen Dirigenten, seit er als noch unbekannter Nachwuchsdirigent an einer Aufführung von dessen "L'enfance du Christ" beteiligt war; seine diesbezüglichen Aufnahmen auch vieler bis dato kaum aufgeführter und eingespielter Werke sind sein bedeutendstes Vermächtnis. Dessen "Kern" ist natürlich das bei weitem populärste Werk des französischen Romantikers, die "Symphonie fantastique". Es ist insbesondere diese 1974er Aufnahme mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester, auf die man immer wieder zurückkommt. Sie ist natürlich keineswegs konkurrenzlos, und das Werk bietet dem Dirigenten reichlich interpretatorischen Spielraum: Eines der Werke, von denen man mit gutem Grund eine zweistellige Anzahl an Aufnahmen haben kann. Aber Colin Davis' Fassung ist vielleicht diejenige, die das gigantische Werk am besten erfaßbar macht: Es gelang ihm eine perfekte Balance aus Transparenz und Drama. Er macht die dichte Partitur durchsichtig, doch da ist immer noch die Leidenschaft des liebenden Künstlers (um den es in dem Konzeptwerk ja geht), auch sein Delirium, sein Wahn – manche nennen diese Symphonie ja die Geburt der psychedelischen Musik. Wesentlich dabei: Es klingt eben nicht wie ein Kompromiß aus Analyse und Hingabe, beides existiert nebeneinander. "Still the one to beat", schrieb US-Kritiker John J. Puccio zu einer jüngeren CD-Neuausgabe. Eine Aufgabe, die angesichts des sagenhaften Klangbilds der neu von Rainer Maillard neu gemasterten HQ-Ausgabe nicht leichter geworden ist. (1974/2926)

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