Rezension
Pino Palladino ist fraglos einer der besten Bassisten der Popgeschichte, höchstwahrscheinlich der vielseitigste (seine Diskographie als Sideman liest sich wie ein Rock-Lexikon). Sein Jazz-Potential konnte man lange ahnen, gelegentlich ließ er es auch aufblitzen, an der Seite von Manu Katché etwa; zu voller Blüte gelangte es erst mit dem Gitarristen und Produzenten Blake Mills auf dem gemeinsamen 2021er Album "Notes With Attachments". Diese Zusammenarbeit findet nun eine Fortsetzung. War das Debüt noch gekennzeichnet von einer ungebändigten Ideenflut (die Musik war so dicht, daß sie manchmal kaum Platz für den Hörer ließ), so lassen die beiden ihren Gedanken nun Luft zum Atmen, und es entstand etwas so seltsames wie Wunderbares. Nicht selten denkt man an Joni Mitchells Jazz-Phase, oft entwickelt sich die Musik aber auch in ganz andere Richtungen, vorhersehbar ist sie nie. Der ungewöhnliche Sound ist freilich auch ganz schlicht auf eines der verwendeten Instrumente zurückzuführen, einer eigens für Mills gebauten bundlosen Bariton-Gitarre. Die Sounds, die Gast-Saxophonist Sam Gendel seinem Instrument mittels Dämpfer entlockt, sind allerdings auch nicht eben alltäglich. Chris Daves so sparsames wie akzentuiertes Schlagzeugspiel ist das sprichwörtliche Salz in der Suppe auf diesem absolut außergewöhnlichen Album. (2025)






