Rezension
Die Feuilletons der internationalen Presse waren damals voller sehr ernsthafter Artikel und schwerwiegender Gedanken zu "Together Through Life". Aber Bob Dylans 33. Studioalbum ist kein Hauptwerk, kein "Blonde On Blonde" und kein "Time Out Of Mind". Sehr gut ist es trotzdem, denn es ist, ganz einfach, sehr musikalisch. Dylan singt den Blues, den ganz alten, mit (dank David Hidalgos allgegenwärtigem Akkordeon) schöner Tex-Mex-Färbung. Das Überraschendste war vielleicht, daß der (damals noch) Dauerkandidat für den Literatur-Nobelpreis die Texte diesmal nicht allein, sondern mit einem großen Kollegen verfaßt hatte: Robert Hunter, dem genialen Dichter der Grateful Dead. Doch auch dies sollte man nicht überbewerten. "Together Through Life" ist die vielleicht romantischste Platte, die Bob Dylan bis dato aufgenommen hatte. Weitere Interpretationen sind recht eigentlich überflüssig. (2009/2026)






